Archiv der Kategorie: Bildung

Filmkritik: Michael Moores „Fahrenheit 11/9“

Donald Trump als neuer Hitler: Michael Moores "Fahrenheit 11/9"
Michael Moore kämpft gegen vergiftetes Trinkwasser nach Privatisierung der Wasserwerke von Flint (Michigan, USA) Bild: © Midwestern Films LLC

Michael Moore lässt keine Möglichkeit aus, in US-Wahlkämpfe einzugreifen: Rechtzeitig zur Kongresswahl 2017 brachte er einen neuen Trump-Film auf die Leinwand, dessen Kinoplakate Trump zwar „Tyrann, Lügner und Rassist“ nannten, der aber auch Obama kritisierte -unterm Strich aber dennoch Wahlwerbung für die Demokraten. Filmkritik von Thomas Barth

Beim deutschen Kinopublikum könnte Fahrenheit 11/9 damit anecken, dass Donald Trump dort sehr direkt mit Adolf Hitler verglichen wird. Aber  vielleicht sind die Zeiten auch vorbei, wo man bei solchen Vergleichen eine Verharmlosung der Nazi-Diktatur befürchtete. Zu viele Hitlers aus Serbien, Nahost bis Nordkorea wurden uns inzwischen von unseren Mainstream-Medien präsentiert. Neu ist allerdings, dass einer davon in Washington regieren soll. Doch dies ist nur der Höhepunkt der satirisch-unterhaltsamen bis ernsthaft-bitteren Kritik Michael Moores an Trump, seinen Republikanern und dem ganzen Establishment der USA -einschließlich Obama.

In gewohnt gekonnter Manier montiert Moore Trump-Bilder aus Interviews, TV-Debatten und Talkshows mit diversem Archivmaterial. Sein Ziel dabei: Den US-Präsidenten als Egomanen, Sexisten und Rassisten zu entlarven sowie nebenbei seine dubiosen Immobilien-Geschäfte, seine Beziehung zu Putin (die den Clinton-nahen US-Medienmainstream  am meisten zu stören scheint) und generell seine Lächerlichkeit bloßzustellen. Dabei fällt auf, dass Moore, der in seinen Filmen meist nicht dazu neigt, sich selbst bescheiden im Hintergrund zu halten, diesmal vergleichsweise zurückhaltend auftritt.

Neoliberales Elend der USA

Neben der Aufregung um einen untragbaren Skandal-Präsidenten und den Gefahren für die Demokratie kommen die alltäglich gewordenen Übel neoliberaler Politik in den Fokus: Von unterbezahlten Lehrern, die Zweitjobs brauchen, um ihre Miete zahlen zu können, über Amokschützen und den Kampf gegen die Waffenlobby bis zur Wasserprivatisierung, die in Bleivergiftung bei Kindern armer, oft schwarzer Bevölkerungsgruppen der USA mündet.

Mit seinem äußerst erfolgreichen Film „Fahrenheit 9/11“ nahm Moore 2004 den US-Präsidenten George W. Bush aufs Korn. In „Fahrenheit 11/9“ knüpft er hier an, aber Ziel ist diesmal US-Präsident Donald J. Trump, gewählt am Zahlendreher-Datum 11/9/2016. Als humorigen Einstieg ins Thema erklärt Moore die Demokratie der USA zum Opfer eines Werbegags im Showbusiness.

Die aktuelle Misere der führenden westlichen Demokratie beginnt demnach so: Der nicht zur Bescheidenheit neigende Star der NBC-Show „The Apprentice“ (Trump) erfährt, dass NBC-Star Gwen Stefani mit ihrer Talent-Show „The Voices“ eine höhere Gage bekommt als er. Wutentbrannt will Trump beweisen, dass er populärer ist als die Sängerin und erklärt – nur so als Gag – seine Kandidatur für das Präsidentenamt.

Aber dann geschieht das Unvorhersehbare: Showmaster Trump, der sonst Lehrlings-Kandidaten als Big Boss im Fernsehen herumschubsen darf, schlägt in den Vorwahlen einen Präsidentschafts-Kandidaten der Republikaner nach dem anderen aus dem Feld, angefangen bei Bush-Vetter Jeb Bush. Trump kandidiert tatsächlich und dann geschieht das wirklich Unfassbare: Trump schlägt auch noch die von allen als Favoritin gehandelte Hillary. Statt Ex-First Lady Clinton oder Vetter Bush sitzt nun ein fetter Milliardär im Weißen Haus, der dorthin doch gar keine familiären Beziehungen hatte.

Mit Trumps familiären Beziehungen macht Michael Moore dann weiter: Auf Szenen, die Trump als übergriffigen Egoisten beschreiben, folgen Bilder, die ihn beim ziemlich übergriffig wirkenden Befingern seiner bildschönen Tochter Ivanka zeigen. Mit dieser vermutlich ziemlich unfairen Verdächtigung liegt Moore im Trend der #metoo-Debatten in den USA, bei der man wohl nicht jede Bezichtigung männlicher Verfehlungen glauben darf. Aber sex sells und gegen Trump ist anderen ja auch jedes Mittel recht. „Er hat seine Verbrechen vor den Augen der Öffentlichkeit begangen“, kommentiert Moore. Sein Fazit: Man fühlt sich etwas unbehaglich bei diesem Präsidenten.

Wasserwerk privatisiert -Kinder vergiftet

Einen Fokus legt Michael Moore auf seine Heimatstadt Flint (Michigan) im „Rustbelt“, dem verarmten Industriegürtel der USA, wo die einst stolzen Stahl- und Auto-Metropolen Rost angesetzt haben -und Trump bei verelendeten weißen Arbeitern Wahlerfolge feierte. Doch Moore setzt hier seine Kritik grundsätzlicher an: 2014 wurde Flint Opfer einer besonders absurden Wasser-Privatisierung unter Michigans Gouverneur Rick Snyder, wie Trump ein Multimillionär.

Obwohl dort mit den Großen Seen das bedeutendste Trinkwasser-Reservoire Amerikas direkt vor der Tür liegt, erhalten die Menschen verseuchtes Flusswasser aus der Industriekloake Flint River. Nach einer Privatisierung der Wasserwerke konnte der neue Betreiber so ein paar Cent mehr Profit machen. Folge: Bleivergiftungen vor allem bei Kindern, dauerhafte geistige Behinderungen drohen. Politiker und Gesundheitsbehörden wussten Bescheid, aber durften offenbar nichts dagegen tun. Moore interviewt April Cook-Hawkins, die im Dienst des Gesundheitsamtes Flint medizinische Messwerte des Bleigehalts im Blut von Kindern fälschen sollte. Als die Whistleblowerin dies publik machte, wurde sie gefeuert.

Als die überwiegend schwarze Bevölkerung der von verseuchtem Wasser betroffenen Gebiete sich hilfesuchend an „ihren“ schwarzen Präsidenten Obama wandte, fiel ihnen dieser in den Rücken. Obama stellte sich hinter die lokalen Behörden, lobte das Flint-Wasser mit gewinnendem Lächeln als gesund und tat TV-wirksam so, als würde er einen Schluck aus einem Glas davon nehmen. In den von Moore gezeigten Bildern sieht man jedoch deutlich, dass Obama nur am Glasrand nippt. „Als er kam, war er mein Präsident. Als er fuhr, war Obama das nicht mehr“, lässt Moore eine schwarze Aktivistin die Szene kommentieren.

Moore hat Obama, den von Konservativen als „links“ bewerteten US-Präsidenten, kalt erwischt. Damit hat er zumindest in einem Fall die ihm oft vorgeworfene plumpe Einseitigkeit widerlegt: Die Springer-Zeitung Die Welt wetterte anlässlich des neuen Films gegen Michael Moore:

Dieser Regisseur ist ein Ideologe von der eher plumpen Sorte. Seine Dokumentarfilme dokumentieren nichts: Es handelt sich um Propaganda. Moore neigt zu dämlichen Verschwörungstheorien. Für ihn sind immer und ausnahmslos die bösen Kapitalisten beziehungsweise die Rechten an allem schuld. Dass auch Linke zu enormen Schuftigkeiten imstande sind, wird von ihm nicht einmal geleugnet – es kommt schlicht nicht vor. (…) Am Ende hätte Moore sich… belehren lassen können, dass die europäischen Varianten des Faschismus ökonomisch allesamt links waren und dass Antikapitalismus ziemlich häufig nach hinten losgeht. Vielleicht wird Moore ja im nächsten Film darüber reden. Wenn es bis dahin nicht zu spät ist. Die Welt

Die WELT vergisst hier, dass die für sie angeblich „linksorientierten“ Faschismen Europas (von Hitler bis Mussolini) allesamt harmonisch mit den Großkapitalisten (also den Leuten, von deren Annoncen die WELT lebt) ihrer Zeit kooperierten und von ihnen, genau so wie die WELT, zu großen Teilen auch finanziert wurden. Der deutsche „Nationalsozialismus“ wurde z.B. ja nicht nur von Krupp, Hugenberg & Co. gesponsert, sondern sogar aus den Kapitalistenkreisen der USA, wo etwa Henry Ford dafür einen Hakenkreuz-Orden bekam und IBM Hitlers Holocaust logistisch unterstützte. Einseitig ist hier nur der WELT-Schreiber, nicht aber Michael Moore. Denn der beklagt scheuklappenfrei, dass Obama sich genauso kaufen ließ wie das ganze Partei-Establishment der Demokraten („niemand nahm mehr Spenden von Goldman Sachs an als er“). Aber schon unter Bill Clinton sei die Partei neoliberal geworden, warb für Freihandel, deregulierte Banken und reduzierte den Sozialstaat.

Moore zeigt einen Lehrer-Streik in West Virginia, wo wochenlang für eine menschenwürdige Krankenversicherung gekämpft wurde. Man wollte den Pädagogen stattdessen ein Fitness-Armband verpassen, dass ihre tägliche Bemühung um körperliche Selbstoptimierung überwacht. Der Streik weitete sich aus und die Lehrer kämpften auch für fairen Lohn, der wenigstens über dem Armutsniveau liegt. Viele staatliche Lehrer müssen in den USA einen Zweitjob ausüben, um ihre Miete zahlen zu können. Nur reiche Leute können ihren Kindern eine gute Schulbildung ermöglichen – in teuren Privatschulen. Beide herrschende Parteien vertreten meist die Interessen einer wohlhabenden Geldelite, auch die als vergleichsweise „links“ geltenden Demokraten.

Die Führungsriege der Demokratenpartei würde lieber mit den Republikanern gemeinsam eine Politik für die Reichen und die Unternehmen durchsetzen. Doch dies muss nicht ewig so weitergehen: Moore präsentiert Umfragen, die zeigen, dass die US-Bevölkerung eigentlich mehrheitlich linksliberal, wenn nicht sozialistisch denken würde. Moore zeigt eine neue Generation von linken Politikerinnen der Demokratenpartei, etwa Alexandria Ocasio-Cortez aus dem New Yorker Schwarzenghetto Bronx oder Rashida Thaib aus Michigan, die schon bald als erste Muslima im Repräsentantenhaus sitzen wird.

Lobenswert: Das alles schafft Moore, ohne den Demokraten allzu deutlich ein „Ich hab‘s euch ja gesagt“ unter die Nase zu reiben – obwohl er ihnen tatsächlich vor der Wahl gesagt hatte, dass sie mit ihrem neoliberalen Clinton-Establishment den Rustbelt (Rostgürtel) und damit die Wahl an Trump verlieren würden. Vielleicht geben einige Angehörige der demokratischen US-Eliten künftig weniger Geld für teure Berater, Medienleute und Experten aus, die allesamt den Wahlsieg von Hillary Clinton für sicher erklärt hatten, und schauen sich lieber den neuen Moore-Film an. Der Britische Guardian immerhin gab ihm zu Recht 4 von 5 Sternen.

Eine leicht gekürzte Fassung erschien am 17.1.2019 auf Telepolis unter dem Titel: Donald Trump als neuer Hitler: Michael Moores „Fahrenheit 11/9“

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Donald Trump -warum hat sein Sieg so viele schockiert?

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Was ist dran an Verschwörungstheorien, Fakenews und Propaganda?

Thomas Barth CIA_floor_seal

Spektakuläre Enthüllungen im Internet (Wikileaks, Snowden) haben unseren Einblick in Militär und Geheimdienste erweitert. Propaganda und Gegenpropaganda waren etwa im Medienkrieg um den Ukraine-Konflikt kaum noch zu unterscheiden (Abschuss von MH17, Putins Netztrolle, Rechter Sektor). In der Politik schaffen neue PR-Agenturen mit ihren Internet-Bots als „Friend Faker“ gegen Bezahlung den Anschein von Popularität.

Aktuell sind die Leaks von E-Mails aus der Parteizentrale von Hillary Clinton in aller Munde -sie sollen von russischen Hackern im Auftrag Putins erfolgt sein. Clintons Gegner Trump wurde deshalb als „Marionette Putins“ bezeichnet. Fakenews? Putin soll mit seinen Trollen in die US-Wahlen eingegriffen haben -so tobt ein Medienkrieg mit harten Bandagen. Die EU gründet eine Institution zur Gegenpropaganda, die Bundeswehr rüstet sich für den Cyberwar im Internet. Psychologische Kriegsführung trifft sich mit Cyberwarfare und NSA-Überwachung im Internet.

Parallel dazu machen sich meist unbemerkt neue Formen der Kriegsführung breit. Ob der Drohnenkrieg in Pakistan und Jemen, der Rückzug aus dem Irak oder der blutige „Regime Change“ in der Ukraine –überall finden sich neue Formen von militärischer Intervention. Neue Internetmedien wie The Intercept des Snowden-Enthüllers Glenn Greenwald und des US-Journalisten Jeremy Scahill (Doku: Schmutzige Kriege) liefern heute mehr Information darüber als traditionelle Medien. „Gezielte Tötungen“ aus der Ferne mittels Drohnen haben sich unter Obama vervielfacht; Söldnerfirmen wie Blackwater kommen immer öfter zum Einsatz, sind in Korruption verstrickt und operieren oft außerhalb von Recht, Völkerrecht und Menschenrechten.

Aktuelle Bildungsangebote der Volkshochschule Hamburg zu diesen Themen:

„Asymmetrische“ oder „schmutzige“ Kriege? Drohnenkrieg und Söldnerarmeen

Kurzreihe: Die neuen Kriege im 21. Jahrhundert, Teil 2

Ob der Drohnenkrieg in Pakistan und Jemen, der Rückzug aus dem Irak oder der „Regime Change“ in der Ukraine –überall finden sich neue Formen von Kriegsführung. Neue Internetmedien wie TheIntercept des Snowden-Enthüllers Greenwald liefern heute mehr Information darüber als traditionelle Medien. „Gezielte Tötungen“ aus der Ferne mittels Drohnen haben sich unter Obama vervielfacht; Söldnerfirmen wie Blackwater kommen immer öfter zum Einsatz, sind in Korruption verstrickt und operieren oft außerhalb von Recht, Völkerrecht und Menschenrechten. Das Seminarangebot soll Wissenslücken schließen, die in den Medien oft unerwähnt bleiben, und Raum für Diskussionen bieten.

Workshop f. 10 – 20 Teilnehmende
Buchen unter Kursnummer: 3251NNN06
25.Feb.2017, Sa. 12-15.15Uhr, 4 UStd., 12,-Euro  (ermäßigt 6,-)
Thomas Barth, Hamburg, Poppenhusenstr.12, VHS-Zentrum Nord

Medienkriege: Cyberwar und Propaganda

Kurzreihe: Die neuen Kriege im 21. Jahrhundert, Teil 1wlogo-sm

Spektakuläre Enthüllungen im Internet (Wikileaks, Snowden) haben unseren Einblick in Militär und Geheimdienste erweitert. Propaganda und Gegenpropaganda sind etwa im Medienkrieg um den Ukraine-Konflikt kaum noch zu unterscheiden (Abschuss von MH17, Putins Netztrolle, Rechter Sektor). Die EU gründet eine Institution zur Gegenpropaganda, die Bundeswehr rüstet sich für den Cyberwar im Internet. Psychologische Kriegsführung trifft sich mit Cyberwarfare und NSA-Überwachung im Internet. Das Seminarangebot soll Wissenslücken schließen, die in den Medien oft unerwähnt bleiben, und Raum für Diskussionen bieten.

Workshop f. 10 – 20 Teilnehmende
Wegen Teilnehmermangel abgesagt
18.Feb.2017, Sa. 12-15.15Uhr, 4 UStd., 12,-Euro  (ermäßigt 6,-)
Thomas Barth, Hamburg, Poppenhusenstr.12, VHS-Zentrum Nord

Was ist dran an Verschwörungstheorien?

Viele klassische und neue Verschwörungstheorien sind heute im Internet präsent: von Freimaurern und Illuminaten BtmBookbis zu den Bilderbergern und modernen Mythen. Wie können wir ihre Herkunft, Wirkung und Wahrheitsgehalt aus historischer, politischer und psychologischer Sicht bewerten? Das Seminar soll auch wissenschaftliche Ansätze behandeln und Raum für Diskussionen bieten.
10 – 20 Teilnehmende
Do. 19:30 – 21:45 08.09.16 – 29.09.2016 , 4 Termine, 12 UStd.
Thomas Barth VHS-Zentrum Nord
Poppenhusenstraße 12, Hamburg

Streik gegen Bologna-Bildungs-Gleichschaltung

Thomas Barth

Hintergedanke der Bologna-Bildungs-Gleichschaltung war die Einschränkung des Recht auf Bildung auf Privilegierte durch Begrenzung der Master-Studienplätze (im Massen-Billigstudium der Bachelors setzen sich Begüterte mit größerer Wahrscheinlichkeit durch, kaufen sich Bachelor-Arbeiten, gehen notfalls ins Ausland usw.). Dagegen erhob sich Protest:

Am 1. Mai 2011 hat eine studentische Initiative, die aus dem Bundesweiten Bildungsstreik 2009/10 hervorgegangen ist, das Volksbegehren „Freie Zulassung zum Masterstudium“ gestartet. Ziel des Volksbegehrens war die Verwirklichung eines Rechtsanspruchs auf freie Zulassung zu nachfolgenden Masterstudiengängen an den Hochschulen im Land Berlin und die Schaffung von zusätzlichen Studienplätzen für Berliner Bachelorabsolventen und Bewerbern von außerhalb.

Der Start des Volksbegehrens am 1. Mai 2011 und der Neustart zum Wintersemester 2011/12 sind gescheitert.  Insgesamt wurden circa zehn Prozent der im ersten Schritt benötigten 20.000 gültigen Unterschriften gesammelt. Dies wäre die angestrebte Rechtsänderung gewesen:

Gesetzentwurf

zur Schaffung von zulassungsfreien Masterstudiengängen an den Hochschulen im Land Berlin

Artikel 1
Das Berliner Hochschulgesetz (BerlHG) in der Fassung vom 15. Februar 2003 (GVBl. S. 82), zuletzt
geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 15. Dezember 2010 (GVBl. S. 560), wird wie folgt geändert:
(1) § 10 Allgemeine Studienberechtigung Abs. 5 wird wie folgt geändert:
»Die Hochschulen regeln durch Satzung, in welchen Studiengängen über die Hochschulzugangsberechtigung
hinaus zusätzliche Eignungs- und Qualifikationsvoraussetzungen gefordert werden und wie
diese nachzuweisen sind. Die Bestätigung der Satzung erstreckt sich neben der Rechtmäßigkeit auch
auf die Zweckmäßigkeit. Zugangsvoraussetzung für Masterstudiengänge ist der Abschluss eines Bachelorstudiums
oder eines berufsqualifizierenden Hochschulstudiums; darüber hinausgehende Eignungs-
und Qualifikationsvoraussetzungen dürfen nur gefordert werden, wenn sie wegen spezieller
fachlicher Anforderungen des jeweiligen Masterstudiengangs nachweislich erforderlich sind.«
Artikel 2
Das Berliner Hochschulzulassungsgesetz (BerlHZG) in der Fassung vom 18. Juni 2005 (GVBl. S. 393),
zuletzt geändert durch § 2 des Gesetzes vom 29. Oktober 2008 (GVBl. S. 310), wird wie folgt geändert:
(1) § 2 Zulassungsbeschränkungen Abs. 1 wird wie folgt ergänzt:
»Eine Zulassungsbeschränkung für Bewerber und Bewerberinnen auf einen Masterstudiengang, die
einen Bachelorabschluss an einer Berliner Hochschule erworben haben und einen Masterabschluss an
derselben Hochschule erwerben wollen, ist unzulässig. Eine Erweiterung der Kapazitäten für Masterstudienplätze
darf nicht zu Lasten der Studienplatzkapazitäten anderer Studiengänge gehen. Für zusätzliche
Studienplatzkapazitäten hat das Land Berlin den Hochschulen die erforderlichen Mittel bereitzustellen.
«
(2) § 10 Auswahlverfahren für nichtweiterbildende Masterstudiengänge Abs. 1 Satz 1 wird wie folgt geändert:
»In Masterstudiengängen, die keine weiterbildenden Studiengänge sind, wird die Studienplatzvergabe
für Bewerber und Bewerberinnen, die ihren Bachelorabschluss nicht an einer Berliner Hochschule erworben
haben, durch die Hochschulen nach folgenden Grundsätzen vorgenommen:«
(3) § 10 b Übergang von Bachelorstudiengängen in Masterstudiengänge wird wie folgt geändert:
»(1) Der Übergang von Bachelorstudiengängen in Masterstudiengänge ohne Zeitverzögerung muss
durch die Hochschulen gesichert werden. Die Studienplatzkapazitäten der Hochschulen für Masterstudiengänge,
die keine weiterbildenden Studiengänge sind, müssen so ausgestaltet werden, dass Studienplätze
für alle Bewerber und Bewerberinnen bereitgestellt werden, die ihren Bachelorabschluss an
einer Berliner Hochschule erworben haben und einen Masterabschluss an derselben Hochschule erwerben
wollen.
(2) Für Bewerber und Bewerberinnen, die ihren Bachelorabschluss nicht an einer Berliner Hochschule
erworben haben, müssen Studienplätze in einer Anzahl von mindestens 30 von Hundert der Studienplätze
bereitgestellt werden, die mit Bewerbern und Bewerberinnen besetzt werden, die aufgrund eines
Bachelorabschlusses, der an einer Berliner Hochschule erworben wurde, einen Masterstudienplatz erhalten.
Übersteigt in einem Masterstudiengang die Zahl der Bewerber und Bewerberinnen, die ihren
Bachelorabschluss nicht an einer Berliner Hochschule erworben haben, die Anzahl der bereitgestellten
Studienplätze, richtet sich das Auswahlverfahren nach § 10.«
Artikel 3
Dieses Gesetz tritt mit dem Beginn des auf die Verkündung im Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin
folgenden Kalenderjahres in Kraft.

————–

Uni brennt 2010

Campus-Literaturin Zeiten des Widerstandsgegen den

   „Bologna-Prozess“

  Schreibwettbewerb

für Campus-Lyrik&Prosa über Erlebnisse im

Kampf gegen das Bologna-Master/Bachelor-Regime,

gegen Studiengebühren & Bildungs-Kommerz,                           

gegen eine Wissenskultur der großen Konzerne

Mailto: tyyxx (Q) web.de

für freien Zugang für alle zu Bildung und Information

für eine Medienkultur der Menschenrechte

statt Medienwirtschaft des Homo Ökonomikus

Aufgerufen sind insbesondere Studierende, aber auch alle anderen, denen Bildung, Wissenschaft und Kultur am Herzen liegen;  keine Altersbeschränkung,  aber Sonderkür für Preis „GenerationWeb2.0“ der unter 30-Jährigen. Preisträgern winkt die Veröffentlichung in geplanter Buchreihe „Uni brennt“ (Anfang 2011). Kein Einsendeschluss, da weitere Bände geplant, Juri wählt jeweils nach Eingang von 30-40 Texten aus, nicht berücksichtigte Beiträge gehen automatisch in die nächste Runde ein. Gefragt sind Texte bis ca. 30.000 Zeichen.

Der Anders-Verlag sieht sich in der Tradition des Hamburger und Wiener Philosophen Günther Anders und dessen Medienphilosophie und Zivilisationskritik, die es im Digitalmedien-Zeitalter fortzuführen gilt, und sympathisiert mit Zielen des Chaos Computer Clubs, der Open-Software-Bewegung, Datenschützer und RSID-Chip-Gegner. Der Verlag richtete 2006 an der Hamburger Universität den gegen Studiengebühren, Medienmonopole und Bildungs-Privatisierung gerichteten Kongress „Du bist Bertelsmann“ aus und brachte den Tagungsband „Bertelsmann: Ein Medienimperium macht Politik“ sowie das Buch „Privatisierung und Korruption: Zur Kriminologie der Finanzkrise“ heraus (erhältl. bei http://www.amazon.de).  Wohlhabende sind aufgerufen, unsere Arbeit zu unterstützen –Spenden bitte in Form von Briefmarken an die Verlagsanschrift, Stichwort „Uni brennt 2010“.

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Kritik und Kunst

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